Simplon lässt 2009 den «Dozer» aus dem Sack

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Ein Jahr nach dem «Elvoxx» präsentiert Simplon ein zweites Bike, das in technisch anspruchsvollem Gelände im Element ist: Das Allmountain «Dozer».

Der Vorarlberger Fahrrad-Produzent Simplon positioniert sich seit Jahren erfolgreich im gehobenen Segment des Marktes: Dafür haben nicht zuletzt federleichte Rennräder und Hardtails aus Carbon gesorgt, die sich noch besser fahren, als sie aussehen. Für 2008 wagte sich das Familienunternehmen aus Hard bei Bregenz erstmals an ein Bike mit längerem Hub: Der VPP-Hinterbau des «Elvoxx» bietet 16cm Federweg, was dieses Bike als leichtes Enduro positioniert – Aufbauten um 14 Kilo liegen locker drin.


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An Steuerrohre, die sich nach oben verjüngen, muss man sich 2009 optisch gewöhnen – auch am «Dozer» findet sich dieses Feature. Foto: LvR

Seither hat die Entwicklung bei Simplon nicht stillgestanden, wie Frontline Magazine anlässlich der Produktepräsentation in Warth am Arlberg erfahren durfte. Das «Elvoxx» geht unverändert in die kommende Saison, beim Tourenmodell «Lexx» wird neu wahlweise auch ein Steuerrohr geboten, das sich von 1.5 Zoll bei der Gabelkrone auf 1.125 Zoll beim Vorbau verjüngt – im Bereich Allmountain einer der grossen Trends der kommenden Saison. Dazu passen Federgabeln mit bis zu 150mm Federweg und dem neuen 15mm-Steckachs-Standard.


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Kompakt, muskulös und schwarz schimmernd: So präsentiert sich Simplon’s neues Edel-Allmountain «Dozer». Foto: LvR

Ein Allmountain der edlen Sorte
Zwischen «Lexx» und «Elvoxx» positioniert nun Simplon das neuste Bike-Modell – zumindest was den Einsatzbereich betrifft. Wie das «Elvoxx» bekommt auch der «Dozer» einen fein ansprechenden VPP-Hinterbau, ausgelegt auf 140mm und mit einem RP23-Federbein von Fox Shox ausgestattet. Der ausgefeilte Carbon-Hauptrahmen mit sich verjüngendem Steuerrohr und leicht gebogenem Oberrohr macht aber klar: Günstig wird das «Dozer» in keiner Ausstattungsvariante, preiswert sehr wohl.


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Was wie Carbon von anno dazumal ausschaut, dient als Schutz des massiven Unterrohrs vor Steinschlag-Schäden. Foto: LvR

Damit der Hauptrahmen keinen Schaden durch Steinschlag erleidet, spendiert ihm Simplon an der Unterseite des Unterrohrs zusätzliche Lagen bidirektionalen Carbons, der nicht zur tragenden Struktur des Rahmens gehört.


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Wer keine Räder in den USA verkauft, darf auch drauf schreiben, was drin steckt: Drum steht gross „VPP“ auf dem unteren Umlenkhebel. Foto: LvR

Der VPP-Hinterbau des «Dozer» ist wie der untere Umlenkhebel aus Aluminium gefertigt, und eine RWS-Achse von DT Swiss sorgt dafür, dass die Steifigkeit des Hinterbaus dicke im grünen Bereich bleibt (an den Prototypen tat dies noch eine Maxle-Achse). Dasselbe gilt auch für das Gewicht, denn ohne Pedale bleibt das «Dozer» in Rahmenhöhe 49cm klar unter der 12-Kilo-Marke. Ein sauberer Wert für den gebotenen Federweg.


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Simplon-Entwickler Roland Fuchs bewegt das «Dozer» in dem Gelände, für das es konstruiert wurde: Gerade noch so fahrbare Singletrails. Foto: LvR

Und wie fährt sich das Teil?
Als Testgelände für den «Dozer» fanden wir einen verblockten Singletrail, der einem Steilhang im Arlberg-Gebiet entlang führte. Auf diesem konnte das «Dozer» zeigen, was in ihm steckt. Und das ist eine ganze Menge: Der Radstand fällt kurz genug aus, um auch in verwinkelten Passagen klar zu kommen, und die Hinterbaufederung zeigt sich von der schluckfreudigen Seite. Weil das Tretlager nur etwa 350mm hoch baut, vermittelt das Bike auch in kurvigen Passagen einen sehr sicheren Eindruck. Auch in verblockten Passagen geraten weder Rahmen noch Gabel an Steifigkeitsgrenzen.


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Als ob das Unterrohr noch nicht vertrauenserweckend genügend dimensioniert wäre, verpasst ihm Simplon im Innern noch einen «Double Chamber»-Verstärkungssteg. Foto: LvR

Ideal für lange Ausfahrten mit Rucksack ist das moderat lange Oberrohr – wie auf einer Streckbank fühlt sich auf dem «Dozer» garantiert niemand. Dank des kurz ausgefallenen Steuerrohrs bringt man dennoch genügend Druck aufs Vorderrad, um in technischen Aufstiegen eine exakte Linie fahren zu können. Dabei neigt der VPP-Hinterbau kaum zum Schaukeln – und wenn doch, sorgt die zuschaltbare ProPedal-Plattform des Federbeins schnell für Ruhe im Fahrwerk.


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Clever: Diese überlackierten Markierungen am Sitzrohr stellen sicher, dass das «Dozer» mit dem korrekten Sag gefahren wird. Foto: LvR

Die Entwicklung steht nicht still…
Wer sich seine technischen Abfahrten selbst verdienen will oder sich gerne tagelang in technisch anspruchsvollem Gelände herum treibt, sollte sich das «Dozer» genauer angucken. Überhaupt darf man gespannt sein, was Simplon nach dem Generationenwechsel von Heinz zu Andreas Hämmerle noch so im Köcher hat. Roland Fuchs von der Entwicklungsabteilung treibt sich zum Beispiel gerne in Bikeparks herum – und wer an der Präsentation ganz genau hin schaute, konnte auch ein VPP-Radl entdecken, das man so nicht von den Vorlarlbergern erwarten würde. Ob es in Produktion geht, ist allerdings noch nicht entschieden.


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Wat ’n dat? 190 – 225mm VPP-Federweg an einem Simplon? Noch ist nichts entschieden, aber ange- und durchdacht sehr wohl. Foto: LvR

Quelle: vor Ort
Bilder: LvR
Text: LvR

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