Shimano 2012 – neues vom Komponenten-Giganten

Für 2012 hat Shimano Mountain Bikern einiges zu bieten: Neben einer komplett erneuerten XT-Gruppe gibt’s ein XTR-Schaltwerk mit einem kleinen Extra und neue Bremsen auch für die SLX und die Deore.

Über eine Neuerung Shimanos für 2012 werden sich vor allem die Schrauber in den Shops freuen: Von der Deore hoch bis zur XTR lassen sich alle Shimano-Scheibenbremsen künftig mit demselben Werkzeug und der gleichen Vorgehensweise entlüften: «One Way Bleeding» nennt das Shimano, und dieser Eingriff überfordert selbst Hobby-Schrauber nicht. Auch optisch gleichen sich die Bremshebel der verschiedenen Gruppen stark.

XT: Rundum erneuert zum 30sten Geburtstag
Das eigentliche Highlight für 2012 ist aber die ihrem 30sten Geburtstag komplett erneuerte XT-Gruppe. Wie schon bei der XTR hat man die Wahl zwischen einer auf Leichtgewicht getrimmten Crosscountry- und einer auch fürs Grobe geeigneten Trail-Variante. Zudem gibt’s eine Ausführung der XT für hochwertige Trekking-Räder, mit einem 48er-Kranz vorne und einem Nabendynamo mit XT-Beschriftung. Die Bike-Varianten der XT sind wahlweise in Silbergrau-Schwarz oder ganz in Schwarz zu haben.

Die augenscheinlichste Neuerung betrifft bei der XT 2012 die Bremsanlage. Das beginnt bei den kompakten, punkto Ergonomie überzeugenden Bremshebeln, die sich an die persönlichen Vorlieben anpassen und dank dem Scharnier in der Klemmung schnell am Lenker montieren lassen. Auch die Bremssättel präsentieren sich in neuem Design: Mit den aus einem Alu-Stahl-Sandwich gefertigten IceTech-Bremsscheiben und den Bremsbelägen mit ihren markanten Kühlrippen (bei der Trail-Variante als Standard verbaut, bei der CC-Ausführung nicht) steckt nun viel Technik der XTR drin. Anders als bei der Top-Gruppe bietet Shimano die XT-Bremsscheiben nicht nur mit Centerlock-, sondern auch mit einer 6-Punkt-Aufnahme an.

Zwei- oder Dreifach, für Crosscountry oder Trail
Leicht überarbeitet wurden die Kurbeln, die es nun auch wahlweise in 2-fach-Ausführungen gibt: Für Crosscountry-Fahrer mit der Abstufung 40-28, in der Trailvariante mit 38-26. Um die Kettenlinie zu optimieren, wurde bei den Zweifach-Ausführungen die Positionierung der Kettenblätter angepasst. Es handelt sich also nicht einfach um eine Dreifach-Kurbel, an der ein Kettenblatt weniger montiert ist. Auch beim Shadow-Schaltwerk sind die Neuerungen subtil: Dieses soll nun auch bei weniger penibler Einstellung die Kette präzise über die zehn Ritzel des DynaSys-Antriebs leiten.

Um trotz Remote Lock-Outs und vom Lenker aus bedienbaren Teleskop-Sattelstützen eine saubere Optik am Lenker zu erreichen, bietet Shimano mit «iSpec» nun auch eine Methode, um Schalt- und Bremshebel mit derselben Klemmung am Lenker anzubringen. Zudem findet sich am Schalthebel für den Umwerfer ein Hebel, den Shimano «Mode Changer» nennt: Damit lässt sich dieser Schalthebel von Drei- auf Zweifach-Systeme und zurück umstellen. Und passend zu den beiden Varianten CC und Trail gibt’s mit dem PD-M780 ein minimalistisch-leichtes Click-Pedal und mit dem PD-M785 eines, das eine gewisse Trittfläche bietet – und damit Halt, wenn man mal nicht mit den Schuhen im Pedal eingerastet ist.

«Shadow Plus»: Der Schaltwerks-Stabilisator
Eine interessante Neuerung für Allmountain-Räder lanciert Shimano 2012 als Option für die XTR-Gruppe: Das Schaltwerk ist wahlweise in einer «Shadow Plus» -Ausführung zu haben. Das RD-M985 wiegt 15 Gramm mehr und ist an einem kleinen, eloxierten Hebel erkennbar. Mit diesem lässt sich ein Stabilisator einschalten, mit dem die Bewegungsfreiheit des Schaltwerkskäfigs begrenzt werden kann, ohne die Schaltfunktion zu beeinträchtigen. Shimano will damit all jenen Fahrern entgegen kommen, die keine Kettenführung montieren wollen, aber dennoch oft in grobem Gelände unterwegs sind. Denn mit «Shadow Plus» soll die Kette nicht so schnell auf Abwege geraten. Zudem wird auch das Schlagen des Schaltwerks gegen den Hinterbau reduziert, oft eine Quelle für Lärm in grobem Gelände. Um den Ein- und Ausbau des Hinterrades zu erleichtern, lässt sich der Stabilisator ausschalten.

Bei den weniger teuren Gruppen bekommt die SLX ebenfalls komplett überarbeitete Bremsen mit auf den Weg, die optisch stark an die Pendants für XTR und XT angelehnt sind. Optional gibt es für die SLX-Bremsen auch IceTech-Rotoren und IceTech-Bremsbeläge mit Kühlrippen. Auf diese Option muss man bei der Deore zwar verzichten, dafür stehen die neuen Bremsen dieser Gruppe den grossen Geschwistern sonst kaum nach. Neu bekommt die Deore für 2012 zudem den DynaSys-Antrieb mit 10 Gängen auf der Hinterachse, dazu gibt es Ritzel mit den Abstufungen 11-34 oder 11-36.

Im Einsteigerbereich spendiert Shimano der Acera neben einem kompletten Redesign mit einer eckig-aggressiven, an die SLX angelehnten Formensprache auch neun Ritzel auf der Hinterachse. Preislich kommt die Acera damit in den Bereich der Alivio 8-Speed. Zudem wird bei der Acera-Kurbel optional eine Octalink-Aufnahme geboten. Für den Einsteiger-Bereich wird es auch weiterhin eine Acera in 8-Speed-Ausführung geben.

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