Magura «MT8»: Neue Bremse, neuer Name

Am BikeDays-Stand von Amsler war an einem Musterrad die neue «MT8» -Scheibenbremse von Magura verbaut. So viel vorweg: Nicht nur der Name ist neu. Ein detaillierter Blick auf den neuen Schwabenstopper.

 

Bei der neuen, für Crosscountry- bis Allmountain-Einsätze konzipierten Top-Bremse sticht Magura’s «Carbotecture»-Material ins Auge. Das ist ein mit kurzen und mittellangen Carbonfasern verstärkter Kunststoff, der in einem ausgetüftelten Spritzgussverfahren verarbeitet wird. Der grosse Vorteil: So lassen sich voll automatisiert hochpräzise Teile fertigen, inklusive dem elegant im Masterzylinder integrierten Ausgleichsbehälter. Eine Nachbearbeitung vor Hand ist bei den Werkstücken nicht notwendig. Weil der Anteil menschlicher Arbeit gering und Kunststoff-Spritzguss ohnehin eine Kernkompetenz der Firma ist, kann Magura an der Fertigung in Süddeutschland festhalten.


Gefallen hat beim kurzen Fahren die überarbeitete Form der Bremshebel: Diese sind deutlich weniger eckig als auch schon bei Magura. Es hat sich gelohnt (und war mal Zeit), dass Magura in Sachen Ergonomie über die Bücher gegangen ist. Auf Grund der Bauweise und der geteilten Lenkerklemmung lassen sich die Bremsgriffe zudem von einer Seite des Lenkers zur anderen wechseln. Briten und Motorradfahrer werden es zu schätzen wissen, bisher mussten bei Magura die Leitungen umgehängt werden. Wie gewohnt arbeitet auch die «MT8» mit Mineralöl – und Magura gewährt 5 Jahre Garantie auf die Dichtheit von Bremsgriff, -zylinder und –zange.

Zypern Vorabtest Magura MT8 von Grinsekater auf MTB-News.de

Auch bei den Bremszangen ist etwas gegangen: Den drehbaren Abgang der Hydraulikleitung, der eine saubere Verlegung derselben erlaubt, kennt man schon von Magura. Neu ist das «Double Arch»-Design der aus einem geschmiedeten Block Aluminium gefrästen Bremszange: Die beiden markanten Bügel sollen für mehr Steifigkeit sorgen – und dennoch viel Hitze entweichen lassen. Ein weiterer Vorteil dieser Bauweise: Die Bremsbeläge lassen sich von oben her wechseln, was den Vorgang erleichtert. Dazu gibt’s die auffällig gewellten «Storm»- und «Storm SL»-Bremsscheiben in 160, 180 und 203mm Durchmesser. Für Racer gibt’s die «Storm SL»-Scheibe auch in einer 140mm-Ausführung. Mit 160er-Scheiben in der leichten «Storm SL»-Ausführung soll die «MT8» deutlich unter 300 Gramm wiegen – Magura gibt das Gewicht mit 278 Gramm an.


Die Musterbremse an den BikeDays liess kaum verwertbare Praxis-Eindrücke zu: Zu lang waren die (noch ungekürzten) Leitungen, und zudem waren weder Bremsbeläge noch Scheiben eingefahren. Einmal durch eine längere Schleifbremsung auf Temperatur gebracht, entwickelte die «MT8» aber bereits beeindruckende Verzögerungswerte. Einen guten Eindruck machte auch die Verarbeitung: Nichts klapperte oder hatte ab Werk Spiel, und auch die durchgängig verbauten Schrauben mit T25-Kopf hinterlassen einen soliden Eindruck. Ob die Bremse einen präzisen Druckpunkt hat, liess sich wegen der arg langen Bremsleitung am Musterrad nicht seriös beurteilen.

Magura hat bei der «MT8» einige Schwächen der bisherigen Bremssysteme erkannt und abgeändert. Insofern darf man gespannt sein, was die Bremse auf dem Trail zu leisten vermag. Erhältlich ist sie ab sofort, wenn auch noch in beschränkten Stückzahlen: Zunächst wurden 888 Bremsen produziert und verschickt. Preislich wird sich die «MT8» auf dem Niveau von SRAMs «XX» bewegen – und damit teurer sein als die XTR-Bremsen von Shimano oder die Topmodelle von Formula. Im Laufe des Sommers wird Magura mit den Modellen «MT6», «MT4» und «MT2» aber auch günstigere Varianten lancieren.

http://www.mission-performance.com

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