Shimano 2013: Neue Saint und Zee

Dass Shimano eine von Grund auf erneuerte «Saint»-Gruppe im Köcher hat, konnte man auf Grund von Prototypen an den Bikes von Stars wie Gee Atherton und Aaron Gwin schon vermuten. Nun lassen die Japaner die Katze aus dem Sack und zeigen eine Reihe interessanter Neuerungen. Zudem gibt es mit der «Zee» eine «Saint» auf SLX-Niveau.

Die Prioritäten bei der Entwicklung der neuen «Saint» waren klar: Die Teile sollten leichter und dennoch haltbarer werden, die Schalt- und Bremshebel ergonomischer und die Bremsen selbst noch bissiger. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, haben die Japaner tief in die Trickkiste gegriffen.

Keramikkolben und «Icetech Ultimate»-Rotoren
Das beginnt bei der von Grund auf überarbeiteten Vierkolben-Bremse: Mit den punkto Ergonomie und Optik eng an die XTR-Gruppe angelegten Einfinger-Hebeln steuert man die mit feinen Kühlrippen versehenen Bremszangen mit vier Keramikkolben an. Die sorgen dafür, dass weniger Hitze in Richtung Bremsleitungen gelangen und dort das Mineralöl erhitzen kann. Für einen möglichst gleichmässigen Belagsverschleiss weisen die Bremskolben unterschiedliche Durchmesser auf und greifen auf in Sandwich-Bauweise aus einem Alu-Träger und Bremsoberflächen aus Stahl konstruierte «Icetech»-Rotoren.

Für nochmals mehr Hitzeableitung bietet Shimano die Rotoren optional (und vorläufig nur mit 203 Millimetern Durchmesser) in einer «Icetech Ultimate»-Variante an: Bei dieser wird der Aluminiumträger der Bremsscheiben in Form markanter Kühlrippen in Richtung Radnaben weiter gezogen, um noch mehr Fläche für die Ableitung der Reibungshitze zu generieren. Unterm Strich ergibt dies eine urig starke Bremse, die dank der filigranen Hebel auch auf der Waage eine gute Figur macht. Shimano meint dazu: «Bremst so gut wie eine Tanne – einfach ohne den Krankenhaus-Aufenthalt.»
Konsequent für ein Kettenblatt…
Auch im Antrieb der neuen «Saint» stecken eine Menge Innovationen: Die Schaltung ist nun konsequent auf die Verwendung von nur einem Kettenblatt ausgelegt. An die Kurbel passt darum auch nur ein Kranz, und einen Umwerfer hat die 2013er-«Saint» genau so wenig zu bieten wie einen linken Schalthebel. Dafür verpasst Shimano dem rechten Schalthebel nochmals etwas grössere Paddel, die sich mit geringerem Kraftaufwand bedienen lassen.

… und ein komplett neues Schaltwerk
Das eigentliche Highlight ist aber das kompakt bauende, bullige «Saint»-Schaltwerk: Für mehr Ruhe im Antriebsstrang ist dieses mit dem zuschaltbaren Reibungsdämpfer («Shadow +»-Technologie, bereits von der 2012er-XTR bekannt) und ein Gummi-Puffer im extrabreit bauenden und daher besonders steifen Parallelogramm des Schaltwerks ausgestattet. Ausserdem lässt sich das Schaltwerk per «Mode Converter» an eng abgestufte Downhill-Kassetten oder breit streuende Kassetten anpassen.

Eine Erwähnung verdienen auch das neue Plattform-Pedal und die Naben: Das Profil des Pedals ist nochmals betonter konkav, als dies schon beim bewährten «DX»-Pedal der Fall ist. Die Bauhöhe konnte nochmals um 8.5 Millimeter reduziert werden, und zudem bietet das neue «Saint»-Pedal eine um 3 Millimeter breitere Oberfläche und ist mit robusteren Pins bestückt, die von der Gegenseite her durch den Pedalkörper geschraubt werden. Keine Veränderungen gibt es bei der Lagerung der Achse, die sich bewährt hat.

Hinterradnaben mit verschiedenen Einbaubreiten
Mit nochmals besseren Dichtungen und Schräglagern rollen die neuen «Saint»-Naben an den Start. Vorne bietet Shimano nur die Variante mit 110mm Einbaubreite, passend für 20mm-Steckachsen. Fürs Hinterrad ist die Auswahl grösser: Neben einer Variante mit 135mm Einbaubreite und Achsdurchmessern von 10mm oder 12mm bietet Shimano auch eine Ausführung mit 142mm Einbaubreite sowie eine mit 150mm Einbaubreite, beide für Achsen mit 12mm Durchmesser.

Zee: Budget-Saint auf SLX-Niveau
Zusätzlich zur neuen «Saint» lanciert Shimano für 2013 die «Zee», quasi die kleine Schwester auf dem Niveau der «SLX»-Gruppe. Von der Bremsanlage über das Schaltwerk bis zu den Kurbeln orientiert sich die «Zee» optisch stark an der «Saint». Um preislich attraktiv zu bleiben, verzichtet Shimano aber auf einige der raffiniertesten Lösungen. So stecken in den «Zee»-Bremszangen keine Keramik-Kolben, und auch die «IceTech»-Features wie die markanten Bremsbeläge mit Kühlrippen oder die Sandwich-Rotoren gehören nicht zum Standard, können aber bei Bedarf nachgerüstet werden.

Auch das Schaltwerk sieht auf den ersten Blick dem «Saint»-Pendant ähnlich. Aber weder baut das Parallelogramm extrabreit, noch bietet dieses Schaltwerk einen «Mode Converter». Dafür sorgt die «Shadow +»-Technologie via den zuschaltbaren Reibungsdämpfer für mehr Spannung auf der Kette, und das «Zee»-Schaltwerk ist für 10-Gang-Kassetten konzipiert. Für die Naben der «Zee» werden genau die gleichen Varianten geboten wie für die «Saint»: Also vorne 20mm/110mm und hinten wahlweise 135mm, 142mm oder 150mm mit 10mm oder 12mm-Steckachsen.

Auch bei der zweiteiligen Kurbel hat Shimano bei der «Zee» im Vergleich zur «Saint» den Rotstift angesetzt: Da sie nicht hohlgeschmiedet ist, wiegt diese deutlich mehr. Und ist wahlweise mit einem 34er-,  einem 36er- oder einem 38er-Blatt zu haben. Passende Innenlager bietet Shimano für die gängigen Tretlager-Breiten 68mm, 73mm oder 83mm an.

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