Uphill statt Downhill – Specialized-SRAM Enduroseries am Bikefestival Willingen

Beim vierten Lauf der Specialized-SRAM Enduro Series gastierte die Endurogemeinschaft beim BIKE Festival in Willingen. Am Ende konnten Nicolas Lau (FRA – Cube Action Team) und Ines Thoma (GER – Canyon Enduro Team) den Tagessieg einfahren.

Das BIKE Festival in Willingen gehört zu den großen Highlights der deutschen Mountainbikeszene und somit war dies ein schöner Anlass für einen weiteren Stopp der Specialized-SRAM Enduro Series. Etwa 400 Teilnehmer aus 10 Nationen haben sich eingefunden, um das vierte der sieben Rennen umfassenden Serie zu bestreiten. Ihnen wurden 6 Wertungsprüfungen auf einer 43 Kilometer langen Runde geboten. Zu bewältigen gab es dabei 1160 Höhenmeter, wobei wohl eher die Länge diesmal die Herausforderung war. Zugegebener Maßen war es diesmal eher Cross Country lastig, im Gegensatz zum Rennen beim BIKE Festival in Riva del Garda, wo Downhillqualitäten gefragt waren. Damit hatte dieses Rennen also einen absolut anderen Charakter als die vorhergehenden und so langsam wird klar, am Ende wird die Gesamtwertung der Serie derjenige gewinnen, der die breitesten Fähigkeiten besitzt und auch abrufen konnte.

Schon während des Trainings am Samstag wurde viel diskutiert und auch spekuliert, wer hier wohl die Nase vorn haben wird. Als Favoriten standen einige im Raum. Mit Nicolas Lau und Ines Thoma waren beide Serienführenden anwesend und zählten definitiv zu den engeren Anwärtern auf den Tagessieg. Aber auch die Nächstplatzierten des Gesamtklassements André Wagenknecht (GER – Cube Action Team) und Markus Reiser (GER – Cannondale/Infocus) bzw. Antje Kramer (GER – Giant/SRAM) und Anneke Beerten (NED – Specialized Factory Team) waren sicherlich nicht gerade Geheimfavoriten.

Am Sonntag wurde dann ab 8.30 Uhr gestartet. Los ging es für die Top 50 der Klasse Men, anschließend wurden knapp 50 Teilnehmerinnen auf den Kurs geschickt, bevor sich dann die Masters und danach die restlichen der Kategorie Men auf die Runde machten. Das Wetter spielte nach dem eher bescheidenen letzten Rennen der Serie diesmal komplett mit.

Die ersten Fahrer wurden circa ab um elf erwartet und Punkt 11:11 Uhr kam Paul Gerhard (GER – BingoBongo Racing) ins Ziel der sechsten und letzten Stage. Einige Zeit später überquerte André Kleindienst (GER – BerGaMont) die Ziellinie und damit gab er mit 20:55.74 Minuten eine erste Richtzeit vor. Der nächste, der für eine längere Weile die Bestzeit hielt, war Fabian Scholz (GER – Focus). Aber es war auch klar, dass noch Einiges passieren würde. Ziemlich geschlossen erreichte das Cube Action Team das Ziel und da war es wirklich spannend bis die Transponder ausgelesen waren. Zuerst war Ludwig Döhl (GER) auf Platz 1 und André Wagenknecht (GER) etwas zurück, dann erschien die Zeit von Nicolas Lau (FRA) und er war der erste und am Ende auch der einzige Fahrer der unter der 20 Minuten Marke bleiben konnte. Mit 19:50.23 min sicherte er sich die Bestzeit und damit den Tagessieg. Mit diesem Ergebnis konnte er seine bis dato knappe Führung im Gesamtklassement weiter ausbauen. Etwas später steuerte mit Petrik Brückner (GER – Rose Vaujany) ein weiterer Fahrer des engeren Favoritenkreises auf das Ziel zu und mit 20:12.35 min konnte er sich auf den zweiten Platz schieben. Am Ende blieb dieses Ergebnis, mit Nicolas Lau auf Platz Eins, gefolgt von Petrik Brückner und Ludwig Döhl.

 

Als erste Frau kam fast schon erwartungsgemäß Anneke Beerten (NED – Specialized Factory Team) ins Ziel. Für sie wurde eine Zeit von 22:38.15 min für die 6 Wertungsprüfungen angezeigt. Kurz darauf kam dann auch schon ihre direkte Konkurrentin Ines Thoma (GER – Canyon Factory Team) und nahm ihr ganze 23 Sekunden ab. Obwohl beide jeweils 3 Stages für sich entscheiden konnten, ging also der Sieg an Ines Thoma, die ebenso wie Lau damit ihre Führung in der Gesamtwertung weiter ausbauen konnte. Dritte in der Women Klasse Anita Gehrig (SUI – Specialized Twins Racing).

In der Masters Kategorie konnte sich diesmal Christian Schleker (GER – Freeride Magazin) durchsetzen und verwies Wilfred van de Haterd (NED – Nicolai) und Stefan Herrmann (GER – MTB Academy) auf die nachfolgenden Plätze.

 

Die Teamwertung ging an das Cube Action Team mit den Fahrern Ludwig Döhl, André Wagenknecht und Nicolas Lau. Den zweiten Platz konnte sich das Canyon Factory Team sichern, mit Ines Thoma, Marco Bühler und Maxi Dieckerhoff. Dritte wurde wie schon am Samerberg das Team Ultimate Enduristi mit Joost Wichman, Petrik Brückner und Frank Hedwig.

Da am selben Wochenende auch der Trailfox in Flims stattgefunden hat, blieben die meisten Schweizer Endurofahrer dem Bikefestival in Willingen fern. Einzig drei Schweizer fanden den Weg ins rund 700km  entfernte Sauerland. Die Enttäuschung war gross im ersten Training, statt in den Stages Downhill-Höhenmeter zu vernichten ging es Kilometerweise bergauf, teils sogar auf breiten Forststrassen den Berg runter, nicht unbedingt das was man sich unter einem Endurorennen vorstellt. Wenigstens machten die letzten beiden Stages spass, somit fuhr man Schluss dann trotzdem mit einem Lächeln durchs Ziel. Die Gehrig Twins konnten auch im Uphill-Rennen überzeugen und klassierten sich wieder auf den Rängen drei und vier, diesmal in der anderen Reihenfolge wie beim letzten Rennen. Anita Gehrig blegte den dritten Platz, gefolgt von Caro auf dem vierten Platz. Simon Weber (Velothek Kalag) konnte sich auf dem 36.Platz behaupten.

Als nächstes Rennen steht nun Kirchberg in Österreich auf dem Programm. Dort wird es wieder eine völlig andere Topographie geben. Erstmals in diesem Jahr wird es im dort Aufstiegshilfen geben. Zu Buche schlagen dann etwa 800 Höhenmeter, die im Uphill zu absolvieren sind und etwa 2000 Höhenmeter, die dann bergab führen. Alles Weitere findet sich wie immer auf enduroseries.net.

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