Cross Country ist out, Slopestyle ist hip?

So lautet der Übertitel des Beitrags in der Sportlounge vom Swatch Rocket Air vor über einem Monat. Was steckt dahinter, und kann Slopestyle überhaupt mit Cross-Country verglichen werden? 

Nach dem der Swatch Rocket Air in Thun erfolgreich zu Ende gegangen ist, wurde in der Sport Lounge ein Beitrag gesendet, der einiges an Diskussionsstoff beinhaltete. Hier der Beitrag:

http://www.srf.ch/player/tv/sportlounge/video/cross-country-ist-out-slopestyle-ist-hip?id=82c7f647-2a06-43f6-a884-2488c7148883

Der Videobeitrag versucht Cross Country gegen Slopestyle auszuspielen. Aufgrund der ausfallenden Rennen kann vielleicht darauf geschlossen werden, dass Cross Country nicht mehr so zieht wie auch schon. Zu bezweifeln ist aber, dass die „neue“ Sportart Slopestyle den Cross Country Rennen die Zuschauer stiehlt. Der grössere Konkurrent ist da sicherlich Enduro. Übersehen wird im Beitrag, dass ein BMC Racing Cup im Tessin nicht wirklich vergleichbar ist mit einem FMB Worldtour Stop und sicherlich nicht gleich viele Zuschauer anzieht, wie ein Contest mit den besten Freerider der Welt. Die EM auf dem Gurten hat gezeigt, dass auch Cross Country Zuschauer anziehen kann. Die Voraussetzung dazu ist, sowohl im Slopestyle als auch im Cross Country eine gute Inszenierung und die richtige Location. Der Sport muss zu den Leuten gebracht werden, muss in die Stadt. Auf dem Gurten oder dem Bundesplatz funktioniert eine Mountain Bike EM, in einem Tal im Tessin wohl kaum. Beim Slopestyle gilt das gleiche, ein Contest irgendwo im Diemtigtal würde sicher wesentlich weniger Leute anziehen wie in der Stadt Thun. 

Zuschauer wollen Unterhaltung. Ein Grund einen Slopestyle Event zu besuchen. In punkto Unterhaltung und Show hat Slopestyle die Nase sicherlich vorne. Die Action und Spannung ist riesig. Dem Zuschauer wird ein Spektakel geboten. Die Cross Country EM in Bern zieht nach und baut Sprungelemente und einen kurzen Pumptrack ein. Dies sorgt für Abwechslung und ein weiteres Zuschauerhighlight. Zudem wird hier neben der puren Leistung der Athleten auch der technische Aspekt des Mountain Bikens wieder wichtiger. Nicht allen Fahrern fiel der Double auf dem Gurten so leicht wie Nino Schurter, der sich gar mit einem Whip versucht.

elite_men_2nd_nino_schurter_jump

Die Bikedays zeigen im Schanzengraben seit mehreren Jahren, dass die verschiedenen Bikesportarten sehr gut nebeneinander funktionieren. Slopestyle, mit grossem Showelement und Cross-Country bei welchem die Leistung zählt. 

Bikedays Mehdi Gani

Schön wäre in Zukunft noch weitere Bikeevents zu sehen in dem sich die verschiedenen Sportarten gegenseitig ergänzen und eine gemeinsame Zielgruppe zu erreichen.

 

 

 

Photo: JeF Briguet / www.swatch.ch

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