Getestet: Joystick Analog Carbon DH & 8-Bit

Lenker haben weder bewegliche Teile, noch hat sich deren Form in den letzten Jahren wesentlich verändert. Im Gegensatz zu Rahmen ist auch ihre Geometrie keine Sache, die sich massiv unterscheidet. Weshalb man sich also für ein bestimmtes Modell entscheidet, hängt im wesentlichen von zwei Dingen ab: Einsatz und Preis. Und dann sollte man das Teil auch noch lässig finden. Letzters entscheidet durch das Aussehen und die Marke.

Leicht und stabil: Der Analog Carbon DH Lenker von Joystick wiegt bei 800 mm Breite 223 Gramm.

Frontline Magazine hat deshalb zwei Lenker getestet, hinter denen mehr steckt als bei einem  Massenprodukt und die trotzdem erschwinglich sind. Sie kommen von einer kleinen kanadischen Firma aus British Columbia: Joystick. Der Hersteller ist in Europa noch nicht sehr bekannt, seine Teamfahrer aber sehr wohl. Neben den Freeridern James Doerfling, Mike Hopkins, Gareth Buehler und Geoff Gulevich gehören auch Racer Logan Binggeli oder North Shore Legende Digger dazu.

Das Topmodell von Joystick ist der Analog Carbon DH. Er kommt mit 800 mm sehr breit daher. Ungekürzt bringt das eine Menge Kontrolle, einigen dürfte das aber zu viel des Guten sein. Die Markierungen an den Enden machen das Kürzen einfach. Doch Vorsicht: Karbon ist nicht nur giftig, sondern verlangt auch nach einem extrafeinen Sägeblatt. Beim Absägen aus Sicherheitsgründen einen Mundschutz und eine Schutzbrille tragen und den Staub umgehend entsorgen. Der Händler Deines Vertrauens hilft Dir bestimmt weiter. Und für die Montage empfiehlt sich Carbon-Paste, welche durch die erhöhte Reibung ein niedrigeres Drehmoment auf den Schrauben erlaubt.

Carbon aus Canada: 800 mm breit, 20 mm Rise, 9 Grad nach hinten, 6 Grad nach oben, 223 Gramm

Selber habe ich die volle Breite getestet. Das bedeutet im Gegensatz zum vorherigen Lenker (Spank Evo 777) ein Plus von 23 Milimeter und gleichzeitig eine Reduktion um fast 100 Gramm. Der Analog Carbon DH wiegt lediglich 223 Gramm. Das Gewicht spürt man vor allem beim ersten Anheben der Front, während der Fahrt jedoch kaum. Insgesamt ist es aber ein gutes Gefühl, das Bike erleichtert zu haben. Das geringe Gewicht macht den Lenker auch zum idealen Tuningteil für Bikes mit weniger als 200 mm Federweg. Er passte sehr gut an das Testbike, ein Enduro S-Works.

Die Lenkung ist mit dem Karbonhebel schön direkt, trotzdem nicht bretterhart. Während beispielsweise ein Renthal Fatbar die Kräfte von unten praktisch ungefiltert weitergibt, verhält sich der Joystick Analog angenehmer. Trotzdem lässt sich damit sehr exakt steuern – und bei 800 mm das Vorderrad maximal kontrollieren.

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Das Aussehen ist wie überall Geschmackssache. Das dunkelgrau-schwarze Finish ist edel, die Carbonfasern sind nicht zu sehen. Und die weissen Grafiken mit etwas grün heben sich vom Durchschnitt ab. Mit 20 mm Aufbiegung nach oben kommt er modern flach daher, ohne zu den – in meinen Augen – hässlichen Stangen zu gehören, die keinen Rise haben.

Alu und 38 mm hoch: Joystick 8-Bit.

Ganz anders kommt das zweite Testmodell daher. Der 8-Bit LT ist aus Alu und hat mit 38 mm Rise ein spannendes Mittelmass zwischen den flachen 20 mm und hohen 50 mm-Lenkern. Mit 280 Gramm ist der 8-Bit ein ganzes Stück schwerer, dafür kostet er auch deutlich weniger. Mit 9 Grad Biegung nach hinten und 6 Grad nach oben hat er die selbe Ausrichtung wie der Analog.

Für den Test auf einem Specialized P3 passen mir diese Masse auf Anhieb, allerdings kürze ich den Lenker auf 750mm. Die 38 mm Rise machen das Bike verspielter als ein racemässig flacherer Lenker. Trotzdem kommt die Front nicht zu schnell nach oben, wenn man über den Pumptrack heizt. Wer es trotzdem flach mag, kann den 8-Bit auch mit 20 mm Rise haben.

Klassisch schwarz-weiss, trotzdem keine Massenware: Joystick aus Kanada.

Fazit: Die Lenker sind top in ihrem Einsatzbereich. Das unterscheidet sie nicht von bewährten Modellen anderer Hersteller. Was Joystick hingegen bietet, ist eine gewisse Exklusivität. Es sind keine Teile, die man an einem Serien- oder gar Versender-Bike findet. Und die Wurzeln in der kanadischen Freeride- und DH-Szene sprechen für sich. Zudem hat das Carbon-Modell im Vergleich zu einigen deutlich teureren Konkurrenzprodukten einen fairen Preis.

Joystick Analog Carbon DH: 800 mm, 20 mm Rise, 9 Grad nach hinten, 6 Grad nach oben, 223 Gramm, VP CHF 169.-
8-Bit Alloy LT: 800 mm, 20 oder 38 mm Rise, 9 Grad nach hinten, 6 Grad nach oben, 280 Gramm, VP CHF 109.-
Mehr Infos
CH-Importeur 27turns.ch
ridejoystick.com

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