
Foto: LvR
Höchste Zeit also, um dem Hype Substanz zu verleihen und mal etwas Fleisch an den Knochen zu bekommen. Wie es der Zufall will, lief ich anfangs Woche am Schalter von Taiwan’s Hochgeschwindigkeits-Zug einem der Jungs von EVIL Bikes über den Weg: Todd Seplavy, Vice-President of US-Operations, hatte sich durch die SRAM-Kuriertasche und das EVIL-T-Shirt verraten. Schnell waren die Visitenkarten getauscht, und nach einigen Mails war klar, dass die Zeit knapp war, um ihn zu den Plänen von EVIL Bikes zu löchern. Knapp, aber nicht zu knapp.

Auch für die Asphalt-EVILs gibts schon passende Sticker. Foto: LvR
Nun, die Zeit der computergenerierten Zeichnungen von Rahmen ist vorüber, die Prototypen des Downhillers «Revolt» wurden bereits von den Teamfahrern auf Herz und Nieren getestet, so dass nun die letzten Änderungen mit den Rahmenproduzenten besprochen werden konnten. Etwa am Steuerrohr, das nochmals leicht modifiziert wurde: So lässt sich nicht nur Steuerrohrwinkel verstellen, sondern auch so ziemlich alles an Gabelschaft-Massen verbauen, was der Markt hergibt. Ausser in Mattschwarz wird das «Revolt» auch in einem auf die FOX 40 abgestimmten Weiss zu haben sein – und einige innovative Features aufweisen. Allen voran Dave Weagle’s «Delta System», das nicht bloss in Sachen Kinematik raffiniert ist, sondern auch für einen ausgesprochen tiefen und mittigen Schwerpunkt des Bikes sorgt.

Todd Seplavy gab Stunden vor seiner Abreise aus Taiwan einen Einblick in den Stand der Dinge bei EVIL Bikes. Foto: LvR
«Zudem bietet das «Delta System» die Möglichkeit, die Tretlagerhöhe und den Lenkwinkel zu verändern, ohne dass sich an der Anlenkung des Federbeins irgendetwas ändert – was für Rennfahrer wichtig ist, weil es viel Zeit spart», erklärt Todd Seplavy. «Der Rahmen ist nicht ultraleicht, weil wir nicht die Haltbarkeit und die Steifigkeit opfern wollten, um mit einem supertiefen Gewicht werben zu können», meint Seplavy. «Namentlich am Unterrohr hätten wir noch Material sparen können. Aber weil dort die Umlenkhebel, das Federbein und die Schwinge angebracht sind, erschien uns das nicht sinnvoll. Dennoch ist das «Revolt» mit seinem tiefen Tretlager und flachen Steuerwinkel ein echter Worldcup-Downhiller.»

Diese Metall-Inserts gehören zu den Ausfallenden des Singlespeeders. Foto: LvR
Das MS Racing-Team wird den Rahmen für die Teamfahrer Matti Lehikoinen, Filip Polc, Steve Smith und Thomas Vanderham mit einer weissen FOX 40 sowie einer Formula «The One» Scheibenbremse ausstatten. Zudem bekommen die Team-Rahmen eine aufwändige Lackierung, die so an keinem Serienrahmen zu haben sein wird. MS Racing übernimmt neben dem Management des Rennteams auch gleich den Vertrieb der Marke EVIL Bikes in Deutschland und Österreich. Noch offen ist dagegen die Vertriebssituation für die Schweiz. «Wichtig ist uns, dass kein Vertrieb mehr Bikes verkauft, als produziert werden können, denn das ist der sichere Weg, um Leute zu frustrieren», meint Seplavy zur Suche nach Importeuren.

Einige der Farben des EVIL-Sortiments - auch hier gilt, dass Bikes wieder bunt sein dürfen. Vor allem die Dirtjumper und Asphalt-Modelle, eher nicht das «Revolt». Foto: LvR
Das «Revolt» wird nicht das einzige Bike im Sortiment von «EVIL Bikes» bleiben: Das All Mountain-Hardtail «Sovereign» ist schon länger erhältlich. Neu kommen zwei Dirtjump-Modelle dazu, in einem knalligen Grün und einem Schoko-Braun. Mit einem violetten Singlespeeder und einem 8-Gang-Alfine-Rad mit hydraulischen Scheiben werden auch zwei Modelle mit 700c-Rädern (28 Zoll) für den Gebrauch aus Asphalt lanciert. Und natürlich dürfen auch je ein Allmountain- und ein Trailbike nicht fehlen. Bei beiden kommt natürlich Dave Weagle’s «Delta System» zum Einsatz, das 160 respektive 140 Millimeter Federweg liefert.
Mehr News zu EVIL Bikes gibt’s, sobald Frontline Magazine mehr in Erfahrung bringen kann. Bis dann heisst es, die EVIL-Website im Auge zu behalten.



