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Atherton und Ragot siegen im Schlamm von Champéry

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Beim vierten Lauf des Downhill-Worldcups setzten sich Gee Atherton und Emmeline Ragot auf einer äusserst anspruchsvollen Strecke in Champéry durch.
Nach den ergiebigen Niederschlägen vom Freitag zeigte sich Petrus einsichtig: Der Regen hörte auf, und die Trailbauer um Ben Walker gaben alles, um den stellenweise mehr als knöcheltiefen Schlamm für den Renntag aus der Bahn zu räumen. Als sich dann pünktlich zum Start des Damenrennens um 13:15 Uhr auch noch die Sonne zeigte, war der Tag in Champéry für die Zuschauer gerettet. Nur für die Fahrer und die Teamschrauber wurde das Rennen nochmals herausfordernder, weil der Schlamm nun abtrocknete und klebrig wurde. Manche Bikes erreichten das Ziel im morgendlichen Training mit einem heftigen Ballast in Form einer fetten Schlammpackung.


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In der Quali mit Problemen, im Rennen zu stark für alle ausser einen: Greg Minnaar (SantaCruz Syndicate). Foto: Michael Suter/suti.ch



Mit wenigen Ausnahmen machten im Rennen der Herren die Quali-Schnellsten vom Freitag die Spitzenränge unter sich aus. Diese Ausnahmen waren dafür umso prominenter: Aaron Gwin war in der Quali in einer Steilpassage gestürzt. «Ich hätte mein Bike auf dem rutschigen Geläuf 20 Meter steil berghoch zurück schieben müssen, um die Kurve korrekt zu passieren. Das hab ich mir erspart und mir damit die Disqualifikation in der Quali eingehandelt.» Als Topfahrer im Worldcup durfte Gwin im Finale trotzdem ran – und fegte mit seiner Fahrt Chris Kovarik aus dem Hotseat. Aber nur wenige Minuten später musste Gwin selbst weichen, denn Greg Minnaar unterbot seine Zeit um über acht Sekunden.


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Brendan Fairclough (Monster Energy-Specialized) hatte sichtlich Spass im Schlamm, fuhr sehenswerte Linien und stylte bei den Sprüngen ab - gegen Greg und Gee hatte er dennoch das Nachsehen. Foto: Michael Suter/suti.ch



Das war eine Kampfansage in Richtung Brendan Fairclough, Gee Atherton, Damien Spagnolo und Sam Blenkinsop, die alle noch oben standen. Vorerst setzte sich Fabien Pédémanaud trotz eines Fehlers in der letzten Sprungkombo an die zweite Stelle, wurde aber gleich vom nach ihm gestarteten Brook MacDonald verdrängt. Minnaar’s Zeit hielt in der Folge auch Steve Peat und Brendan Fairclough Stand.


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Mit dem zweiten Saisonsieg zog Gee Atherton (Team Commencal) mit Minnaar gleich - und hielt den Kampf um den Gesamtworldcup spannend. Foto: Michael Suter/suti.ch



Dann aber zeigte Gee Atherton, was unter den gegebenen Umständen möglich war: Er lag an allen Zwischenzeiten vorne, zeitweise gar um über dreieinhalb Sekunden, und unterbot Greg Minnaar’s Zeit um 2.79 Sekunden. Damit lag Atherton auch um gut acht Sekunden unter der Quali-Bestzeit. Dagegen konnten auch Damien Spagnolo und Sam Blenkinsop nichts mehr ausrichten – ihnen blieben nur die Ränge 4 und 5. Mit seinem zweiten Saisonsieg rückt Gee Atherton Minnaar nun auch im Gesamtworldcup wieder auf die Pelle.



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Nach einem Lauf mit einer gewissen Sicherheitsreserve belegte Nick Beer (Scott 11) als bester deutschsprachiger Fahrer Rang 15 in Champéry. Foto: Michael Suter/suti.ch



Als bester deutschsprachiger Fahrer klassierte sich Nick Beer auf Rang 15. «Eigentlich hatte ich mir einen Platz unter den Top10 vorgenommen. Aber bei diesen Bedingungen bin ich etwas weniger auf Risiko gefahren, um keinen Sturz zu riskieren. Mit Rang 15 bin ich durchaus zufrieden, im Gesamtworldcup bringt mich das weiter nach vorne.» Der längere Rennunterbruch, der vor seinem Start zur Bergung des Belgiers Nico Vink per Helikopter nötig wurde (Vink erlitt bei seinem Abgang über den Lenker zum Glück nur eine Stauchung der Wirbelsäule und wies bei seiner Einlieferung ins Krankenhaus keine Lähmungserscheinungen auf) , habe ihn kaum in seiner Konzentration gestört. Als bester Österreicher fuhr Markus Pekoll auf den 26. Platz, während Benny Strasser als einziger Deutscher im Finale 62. wurde.



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In der Qualifikation belegte Emmeline Ragot (Suspension Center) noch Rang 3, nun holte sich die Weltmeisterin auf einer äusserst schwierigen Strecke den ersten Worldcup-Sieg. Foto: Michael Suter/suti.ch



Im Rennen der Damen sicherte sich zunächst Fionn Griffiths den Platz im Hotseat, musste aber bald Floriane Pugin Platz machen, die gegenüber der Qualifikation eine deutliche Leistungssteigerung zeigte. Als auch Tracy Moseley und Manon Carpenter die Zeit Französin nicht knacken konnten, stand der französische Sieg bei den Damen bereits fest. Es sollte ein Vierfach-Triumph werden, und im Vergleich zur Quali war die Reihenfolge der Top3 im Rennen genau umgekehrt: Emmeline Ragot fuhr eine neue Bestzeit und unterbot dabei die Quali-Bestzeit, in der Folge scheiterten Sabrina Jonnier und Myriam Nicole an dieser Zeit, schafften aber noch den Sprung aufs Podium. Als beste deutschsprachige Fahrerin belegte Petra Bernhard Rang 8, im Vergleich zur Quali ein kleiner Rückschritt.



Seitenbemerkungen
Die Styler im Zielhang
Führte die letzte Sektion der Downhillstrecke von Champéry vor 3 Jahren noch über die 4Cross-Strecke, so war dieses Mal eine eigene Streckenführung erstellt worden. Diese bot dank einiger wirklich grosser Sprünge eine Menge Airtime, was für Spektakel im Zielhang sorgte. Leider kam Nico Vink im Rennen nicht bis zu dieser Stelle, der Belgier hatte für die Sprungcombo eine satte Show angekündigt. Dafür brachte Cédric Gracia die Menge zum Toben: Der Routinier legte bei Renntempo zwei saubere Tabletop One-Footer hin, obwohl Anlauf wie Landung aufgeweicht und von tiefen Gräben durchzogen waren. Auch Danny Hart und Brendan Fairclough stylten mächtig eins ab.



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Foto: Michael Suter/suti.ch



Generalprobe für die WM 2011
Als einer der für den Streckenbau Verantwortlichen war Ben Walker nach dem Rennen gleichermassen erleichtert wie stolz. Erleichtert, weil die Generalprobe für die Mountainbike-WM 2011 als voller Erfolg gewertet werden darf. Trotz des extremen Gefälles und der teils äusserst schwierigen Verhältnisse hielt die Strecke den vielen Fahrten stand – was allerdings auch viel Einsatz von Freiwilligen erforderte. Und erleichtert, als in Sachen des per Helikopter ausgeflogenen Nico Vink eine erste Entwarnung eintraf. «Stolz bin ich darauf, was eine kleine Gemeinde wie Champéry auf die Beine stellen kann, wenn alle am selben Strang ziehen. Im Vorfeld der Rennen wurden wir von A bis Z mit Herausforderungen konfrontiert. Aber Dank insgesamt 550 Manntagen Freiwilligenarbeit, geleistet von Leuten, die ihr bestes gegeben haben, konnten wir diesen Grossanlass



UCI Downhill-Worldcup: Lauf 4 in Champéry
Resultat Herren:

1. Gee Atherton, GBR/Team Commencal, in 4:02.19min
2. Greg Minnaar, RSA/SantaCruz Syndicate, + 2.79
3. Brendan Fairclough, GBR/Monster Energy-Specialized, + 4.56
4. Sam Blenkinsop, NZL/Lapierre International, + 4.81
5. Damien Spagnolo, FRA/Mondraker Factory Team, + 5.32
6. Brook MacDonald, NZL/MS Evil Bikes, + 7.34
7. Fabien Pédémanaud, FRA/Scott 11, + 10.34
8. Aaron Gwin, USA/Yeti-Fox SoxRacing Team, + 11.56
9. Chris Kovarik, AUS/CRC-Intense, + 13.71
10. Ruaridh Cunningham, GBR/CRC-Intense, + 13.75
ferner:
15. Nick Beer, SUI/Scott 11, + 16.65
26. Markus Pekoll, AUT/Solid Aclass Factory Team, + 24.60
47. Martin Frei, SUI/GT-iXS Sports Division, + 35.51
55. Billy Caroli, SUI/Vall Cylce-Giant-motomarketing.ch, + 40.95
62. Benny Strasser, GER/Toxoholics-Turner, + 44.28
66. Thomas Jeandin, SUI/TechBike-Lapierre, + 46.61

Resultat Damen:
1. Emmeline Ragot, FRA/Suspension Center, in 5:27.25min
2. Sabrina Jonnier, FRA/Team Maxxis-Rocky Mountain, + 4.87
3. Myriam Nicole, FRA/Commencal Super Riders, + 9.72
4. Floriane Pugin, FRA/Scott 11, +11.65
5. Tracy Moseley, GBR/Trek World Racing, + 12.08
6. Manon Carpenter, GBR/Royal Racing-Lapierre, + 18.11
7. Claire Buchar, CAN/CRC-Intense, + 27.87
8. Petra Bernhard, AUT/RS Alpine-Commencal Austria, + 38.87
9. Fionn Griffiths, GBR/Norco World Team, + 39.72
10. Céline Gros, FRA/Morzine-Avoriaz – Haute-Savoie, + 41.16
ferner:
12. Martina Brühlmann, SUI/iXS Sports Division-Yeti, + 52.77
13. Miriam Ruchti, SUI/DR-Gravity Union, + 1:06.75
18. Nicole Beege, GER/Royal Bavarian Woodpacker, + 2:01.84
DNF Emilie Siegenthaler, SUI/Scott 11
Quelle: vor Ort Videos: DirtTV/MPORA, MTBCut Bilder: Michael Suter / suti.ch Text: LvR
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