Neuseeland Report

Nun neigt sich meine Zeit hier in Neuseeland schon dem Ende zu. Es bleiben mir noch eineinhalb Wochen um mich hier im Bikeparadies Queenstown auszutoben und genug Wärme zu tanken für die kalten Temperaturen, die mich zu Hause in Flims erwarten werden. Heute ist der erste Regentag seit ich hier bin, darum habe ich endlich Zeit ein paar Sätze zu schreiben.

Meinen Trip nach Neuseeland hatte ich eigentlich eher mit gemischten Gefühlen angetreten. Ich habe mir in der Woche bevor ich abgeflogen bin unglücklich beim Snowboarden den Mittelhandknochen gebrochen und wusste darum nicht so genau, wie lange ich besser die Finger vom Bike lassen sollte oder ob ich den Lenker überhaupt halten könnte. Die Zweifel waren zum Glück unbegründet, da ich zwei Wochen später schon wieder den Berg runter fahren konnte und auch keine Schmerzen hatte! 

Somit stand also meinem Training und vielen Abenteuer nichts mehr im Wege…

Da ich hauptsächlich nach Queenstown gekommen bin um mich für die Enduro Worldseries fit zu machen, kommt das Training an erster Stelle. Ich habe, neben viel Endurofahren, einen ziemlich straffen Trainingsplan bestehend aus verschiedenen Gym Workouts, Rennradfahren und quälenden Treppen hochhüpf-Übungen. Der Spass kommt hier aber definitv nicht zu kurz: ob weitere Outdoor-Aktivitäten (wie Fischen, Reiten, Klippenspringen, Baden) oder Party, Queenstown bietet für jeden Geschmack und jede Laune etwas!

Am einfachsten lassen sich die vergangenen 5 Wochen in Bildern zusammenfassen: 

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  • Shorttrip nach Dunedin an den Strand mit den Flying Metal Dudes, mit dem Pick up Truck am Strand ein paar Doughnuts gezogen und Sehenswürdigkeiten besucht.
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  • Moke Lake Ausritt mit wilden Touristenpferden
 
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  • Farmjam zuschauen, Party mit Red Bull Hummer Music Truck um ein riesiges Lagerfeuer tanzen, Harlem Shake at its best! 
 
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  • Camping Roadtrip mit den Girls nach Wanaka, Christchurch, Craigieburn, Mount Hutt und Westcoast Gletscher, viel zu viele Sandflies und schöne Endurotouren in die Wildnis
 
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  • Shotoverspeedboat, 360° Drehungen mit dem Boot in den Felsen, aahhhhh!!
 
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  • Lachsfischen & der teuerste Fisch aller Zeiten mit Hucker und Karin // 3x Miete Angelrute 45$ + 3x Fischerlizenz 69$ = Total 114$ = 1 Fisch
 
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  • Catlins Wildlife Trip, in eineinhalb Tagen Pingus, Delphine, schöne Wasserfälle, Höhlen und Robben besucht
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  • Last but not least; die meiste Zeit verbringe ich natürlich beim Biken, nur hab ich da meist keine „Zeit“ zu fotografieren…
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  • Die beste Aussicht auf den See gibts direkt vom Balkon! 
 
Ab dem nächsten Wochenende steht die Stadt hier Kopf und alles dreht sich um Bikes! Das  Queenstown Bikefestival mit zahlreichen verschiedenen Downhill- & Endurorennen und dem Teva Slopestyle steht an. Da ich aber schon am Mittwoch abfliegen werde, wird mein Start in die Racesaison aber trotzdem erst am 27. April beim Specialized-SRAM Endurorace in Treuchtlingen sein. 
 
In den letzten Wochen habe ich viele neue Leute kennengelernt und einige davon sind mir richtig ans Herz gewachsen und gute Freunde geworden, Danke für alles!! Ich habe eine super gute Zeit hier in Neuseeland und hoffe im nächsten Jahr zusammen mit meiner Schwester Anita hierher zurück zu kommen. Sie ist nämlich nur „ein bisschen“ eifersüchtig, dass sie nicht mitkommen konnte… 😉

Specialized Enduro Series II Samerberg // GER

30.06.-01.07.2012

Am vergangenen Wochenende stand der zweite Lauf der Specialized Enduro Series im bayrischen Samerberg an. An dem schönen Ort nahe der Österreichischen Grenze war ich bereits im April im Rahmen eines Specialized „Test the Best“ Events. Deshalb war ich mir auch sicher, dass dieses Rennen auf tollen Trails stattfinden würde. Bereits am Freitagabend reiste ich an, am nächsten Morgen weckten mich die heissen Temperaturen. Mein schöner schwarzer Bus heizte sich durch die pralle Sonne auf wie eine Sauna. Auf dem Dach hätte ich meine Frühstückseier braten können!

Da das Training erst um 12.00 Uhr startete, hiess es erst mal gemütlich Frühstücken. Schon ohne Bewegung schoss der Schweiss aus allen Poren. Deshalb entschied sich unsere Trainingsgruppe auch dazu, die vierte Stage und der damit zusammenhängende steile und vor allem lange Uphill wegzulassen.  Es sollte eine richtig spassige Trainingsfahrt werden, wo wir uns auch noch eine kleine Rast mit Kuchen auf einer Alm gönnten.

Sunday-Race Day! Wieder war es am Morgen schon richtig heiss, jedoch ging ein wenig Wind, was das ganze etwas erträglicher machte. Um 10.00 Uhr starteten die ersten Mädels auf den ca. 30km langen und 1500 Höhenmeter umfassenden Kurs. Am Start wurden erst mal die Transponder gecheckt und hoppla meiner ging gar nicht… Schnell einen neuen Transponder installieren und auf geht’s! Die erste Stage wurde auf einem Bikepark-Trail ausgetragen, der sehr abwechslungsreich war und auch einige technische Passagen aufwies. Irgendwie fand ich in der ersten Stage das „Rennfieber“ noch nicht, ich kam mir ziemlich lahm vor, hatte aber keine groben Schnitzer zu verbuchen.

Weiter ging es zur Stage 2, die nicht sehr weit entfernt war. Dort erwartet uns ein kurzer, aber technisch sehr anspruchsvoller Trail. Ein Hohlweg mit grossen Steine, Felsen und Bachbett. Möglichst locker auf dem Bike bleiben und Bremsen offen lassen, hiess die Taktik, was auch ganz gut gelang.

Bei der Stage 3 dauerte der Transfer dahin ca. eine Stunde und brachte uns auf eine super schöne Anhöhe. Die Stage 3 war dann auch die abwechslungsreichste von den Fünf. Wald, Wiese, Wurzeln, Steine alles was das Herz begehrt.

Nun erwartete uns ein langer kräftezehrender Aufstieg zur Stage 4 der mehr als zwei Stunden dauerte. Trotz der grossen Anstrengung hatten wir einen Heiden Spass auf den Zwischenetappen, welche ich zusammen mit Antje Krammer, Laura und Julia vom Cube Action Team, Gabi (die als einzige Samerbergerin am Start war und immer mal wieder durchgab wie weit es noch ist, echt super) und Daniela auch aus der Schweiz, die ihr erstes Rennen bestritt.

Die Stage 4 bewältigten wir alle blind. Trotzdem Vollgas, wird schon gehen! Antje Krammer startete ganz kurz nach mir und jagte mich ins Ziel. Ich wollte mich natürlich nicht einholen lassen und hab ordentlich Gas gegeben. 😉

Zur Stage 5 war es nicht mehr weit, diese startete nochmals im Bikepark und wurde auf der normalen Bikeparkstrecke ausgetragen. Die relativ flache Strecke saugte einem noch die letzte Kraft aus den Beinen.

Das Rennen konnte ich als dritte nach der deutschen Downhilllegende Antje Kramer und Siegerin Ines Thoma und beenden. Meine Führung im Gesamtklassement konnte ich so noch weiter ausbauen.

Ein tolles richtig tolles Rennwochenende! Weiter geht es nun nach Saalbach ans Freeride Festival.

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Superenduro Pogno // ITA

07.- 10.06.2012

Nach dem IXS Cup in Morgins fuhr Anita direkt nach Val di Sole um mit der Specialized Crew und ein paar Reportern das neue Carbon Demo zu testen. Caro war ja wegen des Worldcups bereits schon da. Am Montagabend führte unsere Reise weiter in das kleine italienische Dorf Pogno im Piemont, wo am Wochenende auch das Superenduro Race stattfinden sollte. Einen Tag später fuhren wir erstmals zu einem nahegelegenen Bikepark nach Scopello, welcher einzig und allein für uns sechs Nasen den Lift in Betrieb nahm! 😉 Die Italiener hatten uns definitiv nicht zu viel versprochen, die Trails da waren einfach der Wahnsinn! Nachdem wir den ganzen Tag nicht genug vom fahren kriegen konnten, mussten am Abend doch noch ein paar Fotos gemacht werden. Das Motto von unserem Fotografen Matt Wragg war wie immer; „Perfekt, aber bitte noch einmal…“ Durchaus anstrengend, aber was dabei entstanden ist, kann sich auch durchaus sehen lassen!

Am Mittwoch konnten wir erstmals auf die Trails, die während dem Race gefahren werden sollten, da waren sie alle noch staubtrocken… Die Vorfreude auf das Race wuchs bei jedem Run, alle Strecken waren total flowig und schnell. Die Wettervoraussage verhiess jedoch nichts gutes für das Wochenende, es war so ziemlich Dauerregen angesagt. Für den Donnerstag hatte wir uns zur Abwechslung mal gar nichts vorgenommen, Ruhetag! Dies wurde uns dann allerdings doch zu langweilig und wir shuttelten unsere Freunde vom Drift Racing Team den ganzen Nachmittag zu den Trails.

Freitags waren dann immer mehr Fahrer anzutreffen die auf den Strecken trainieren wollten. Am Abend davor hatten wir uns dafür extra einen Shuttle Fahrer organisiert der uns den ganzen Morgen shutteln sollte. Daraus wurde dann leider doch nichts, da sich der kleine Mafioso kurzerhand für eine andere Gruppe entschieden hatte, die ihm wohl mehr bezahlt hatte. Umdisponieren war somit angesagt, kurzerhand mal unseren schwarzen Van ausgeräumt und in ein Bike-Shuttle umfunktioniert. Dem netten Pierro, (der wie auch schon die ganzen Tage davor untätig vor einer Bar sass und Kaffe trank) die Autoschlüssel in die Hand gedrückt und los gings. Der Typ war ein echter Glücksgriff und wir hatten einen riesen Spass auf den mittlerweile ziemlich nassen aber „noch“ griffigen Strecken.

Am Samstag Abend wurde als Prolog zum ersten Stage gestartet, es Regnete aus Kübeln. Um zum Start des ersten Stages zu gelangen fuhr man zuerst ungefähr fünf Minuten auf einem anderen Stage. Obwohl es richtig geschüttet hatte und man schon nach wenigen Metern fahrt durchnässt war, war der Trail zum Start griffiger als im trockenen und einfach nur geil. Wir freuten uns auf den Start zu Stage eins. In italienischer Chaosmanier wurde im 15sek Intervall gestartet, einen kräftigen Klaps vom Starter hinten drauf und los! Kurz nach dem Start veränderten sich die Boden Verhältnisse schlagartig, der Trail war nur noch eine einzige Rutschpartie von oben bis unten. Einige der kleinen, steilen Uphills waren weder auf dem Bike noch zu Fuss kaum zu bewältigen. Leider war bei solchen Verhältnissen der Startintervall etwas zu knapp bemessen. Dies hiess unglücklicherweise das wir so ziemlich jede vor uns gestartete Frau überholen mussten um ins Ziel zu gelangen. Es war aber ein riesen Gaudi und mit den Plätzen 2 & 3 waren wir auch ziemlich zufrieden.

In der Nacht hielt der Dauerregen an und verwandelte sich auch noch in einen tobenden Sturm, der Regen der uns auf das Dach vom Bus prasselte, hielt uns zwischendurch immer wieder wach. Darum wurde am nächsten Tag auch ein Stage weggelassen. Dies hiess für den Sonntag nur noch zwei Stages und deren Transferetappen zu fahren. Zusammen mit der Cube Action Team Fahrerin Julia Hoffmann nahmen wir die Strecke in Angriff. Wir ergänzten uns perfekt und hatten einen coolen Tag zusammen. Da wir beide etwas gepatz haben und je noch einen Abgang zu verzeichnen hatten, reichte es Schlussendlich um wenige Sekunden nicht aufs Podium. Rang 4 für Anita und direkt dahinter auf Rang 5 Caro. 

Die Superenduro Serie hat uns total positiv überrascht, alles ist super organisiert und alle Leute die wir getroffen haben sehr herzlich und hilfsbereit. Wir werden auf jeden Fall wieder bei der Serie an den Start gehen! Danke an Specialized für den coolen Trip!!

IXS Dirtmasters Winterberg//DE

17.-20.05.2012

Sieg für Anita beim ersten Rennen der Specialized Enduro Series!!

Wie schon im letzten Jahr nahmen wir die fast 670km lange Reise ans Dirtmasters nach Winterberg unter die Räder. Es fiel uns am Mittwoch nicht schwer von Flims zu verreisen, als wir am Morgen aufgestanden sind, war wieder mal alles von einem feinen weissen Schneeteppich bedeckt. Leider war das Wetter auch für Winterberg nicht viel besser vorausgesagt. Als wir aber in der Nacht dort ankamen, schaute dies aber ziemlich gut aus und stimmte uns positiv.

Am Donnerstag gings sofort los mit dem freien Training auf der Enduro Strecke, diese hatte es ziemlich in sich. Auf ca. 29km wurden gut 1150hm vernichtet und es mussten 6 Stages auf Zeit gefahren werden. Zusammen mit unserer Enduro Teamkollegin, Steffi Teltscher, gingen wir auf unsere Erkundungstour. Die verschiedenen Stages waren fast alle sehr technisch und die zum Teil sehr steilen Transfers kräfterauben. Da der Boden noch sehr nass und rutschig war und die Strecken steil und mit vielen Wurzel und Steinfeldern gespickt, musste die Linenwahl Stelleneweise gut überlegt sein. Aus den letzten Energiereserven zehrend, mussten wir auf dem Weg zu den letzen Stages jemanden bei der Tankstelle um Geld anpumpen, damit wir uns was kaufen konnten um unseren Energiebedarf wieder etwas decken…

Den letzen ebenfalls im Bikepark liegenden Stage konnten wir erst am Freitagmorgen anschauen gehen, da wir noch zur Qualifikation auf dem Conti Track antreten mussten. Mit den Rängen 2.(Anita), 3.(Caro) und 4.(Steffi) konnte unser Team unsere Ambitionen schon mal klar aufzeigen und motivierte uns stark im Race Gas zu geben.

Bei zwei Stages gabs fürs Rennen noch leichte Linien modifikationen, da sich diese als zu schwierig herausstellten, diese mussten also „blind“ gefahren werden.

Pünktlich um 11Uhr gings los mit dem Rennen. Bei Stage 1, dem längsten von allen, hatte Caro die Nase noch ganz vorne und konnte diesen für sich gewinnen. Grosse Patzer und Stürze verhinderten aber schlussendlich ein gutes Resultat, für sie schaute nur Rang 9 heraus. Anita hingegen meisterte alle Etappen souverän ohne grosse Patzer und konnte den ersten Lauf der Specialized Enduro Series gewinnnen!

Die Tatsache das die Serie von unserem Hauptsponsor Specialized als Namensgeber veranstaltet wird, macht es natürlich noch schöner da zu gewinnen. Steffi Teltscher als Enduro Neuling, beendete das Rennen auf dem 12.Platz. Anita musste leider direkt nach dem Rennen die Heimreise antreten, da ihr in dieser Woche einige Abschluss und Semesterprüfungen bevorstanden. Sie konnte sie mit der wahrscheinlich erfolgreichsten Wagenladung Schweizer Nachhause fahren. Ihre Chauffeure Lukas Anrig und Ueli Guntli beendeten das Rennen ebenfalls sehr erfolgreich auf 3. und 7. Stelle.

Für Caro gings am Samstag direkt weiter mit dem 4X Training, die Weiss Brothers und Beni Kistner unterstützen sie dabei wie immer super. Danke! Bei der Quali fuhr sie mit einigen Patzern auf der Startgeraden auf Rang 8. Los gings mit dem Viertelfinale gegen Steffi Marth und Dana-Elena Schweika, am Gate noch deutlich hinten, konnte sie Dana in der ersten Kurve mit einer Inside Line aus der Kurve drängen. Im Halbfinale gings dann richtig zur Sache, am Gate wieder zu langsam, all In in die erste Kurve, fast hätte es gereicht um die an zweiter Stelle fahrende Tanja Hendrysiak zu überholen, da hing auch schon deren Pedale in Caros Vorderrad, ausgespeicht, aber so richtig… So war der Ziel sich fürs Finale zu qualifizieren vorbei. Schlussendlich lagen alle drei Mädels auf einem Haufen, Caro war zwar schnell wieder auf dem Bike, merkte aber schnell das da mit Fahren nicht mehr viel ging. Zum Glück konnte sie fürs kleine Finale noch ein Vorderrad ausleihen und behauptete sich schlussendlich auf dem 7. Platz beim Eurofourcross Cup.

Cooler Abschluss des Dirtmasters für uns war der letzte Abend wo wir mit ein den Mag 41 Fahrern und Darren Barrecloth Essen gingen, sehr netter und total auf dem Boden gebliebener Typ. Für Caro ging die Reise nun direkt weiter nach Leogang an den IXS European DH Cup.