Eurobike-Gallerie I: Protektoren

Im ersten Eurobike-Rückblick von Frontline Magazine gibt’s Bilder und Infos zu Protektoren. An Neuheiten für 2012 mangelt es dabei nicht: Der Markt ist heiss umkämpft, und neben dem Sponsoring angesagter Teams und Fahrer sind es vor allem technische Innovationen, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

 

Alpinestars

Passend zum eigenen „Bionic“-Neck Brace bietet Alpinestars für 2012 das „Bionic Jacket“. Bei diesem lässt sich ein Teil des Kunststoff-Rückenschützers per Velcro-Verschluss abnehmen. So kommen sich Rückenpanzer und Neck Brace nicht in die Quere. Selbstverständlich dürfen Schützer für Schulter, Ellbogen, Brustkorb und ein vertrauenserweckender Nierengurt nicht fehlen.

Wird 2012 bei immer mehr Herstellern zum Thema:
Mit Neck Braces kombinierbare Protektorenjacken.

Bluegrass

Vor einem Jahr hockte die Protektoren-Marke Bluegrass noch in den Startblöcken, für die kommende Saison darf man sich auf ein erweitertes Sortiment freuen: So verspricht die „Grizzly Back & Shoulders“-Weste einen guten Kompromiss aus Schutz und Tragekomfort.

Mit Prallschützern an Rücken, Schultern, Brustkorb und Magen ist man mit dieser Weste gut für allfällige Abflüge gewappnet. Das Herzstück ist dabei der Rückenschützer aus D3O-Material, das sich erst bei einem Aufprall verhärtet. Zwar fehlt ein Nierengurt, aber zusammen mit dem trikot-ähnlichen Schnitt kommt dies der Bewegungsfreiheit zu Gute. Und dank dem durchgehenden Reissverschluss ist das Teil auch schnell an- und ausgezogen.

Dainese

Mit Drehverschluss: Bei Daineses neuen Top-Modellen sucht man
vergeblich nach elastischen Velcro-Bändeln.

Der italienische Protektoren-Hersteller Dainese will es 2012 wissen: Wie schon im Motorrad-Bereich sind nun bei den Top-Modellen der „Oak Pro Aluminium“-Serie Aluminium-Platten mit Carbon-Applikationen in die Schützer eingearbeitet. Flache Nähte und und die wabenartig verbaute Polsterung aus zwei verschiedenen Materialien versprechen einen hohen Tragekomfort.


Für sicheren Sitz soll an Stelle von Velcro-Bändern der Boa-Drehverschluss sorgen: Ursprünglich für Schuhe entwickelt, soll dieser nun auch bei Knie- und Ellbogenprotektoren Halt verleihen. Denn der per Drehknopf zu spannende Stahl-Seilzug zieht sich um den gesamten Protektor und lässt sich in 2-Millimeter-Schritten einstellen.

Deuter

Beim für grobe Ausritte entwickelten „Attack“-Rucksack von Deuter lässt sich neu der Rückenschutz heraus nehmen. So taugt der „Attack“ auch für gemässigtere Touren. Für kleinere Fahrer auch in einer „SL“-Variante zu haben, weiss dieser Rucksack auch durch viele praktische Details zu gefallen.

Und das Teil hat in seinem Innern ein martialisches Detail zu bieten: Wenn der aus flexiblem, sich erst bei einem Aufprall verhärtendem SC 1-Schaum gefertigte Rückenschutz nicht im „Attack“ steckt, wird eine auffällig-rote Warnung sichtbar, Totenkopf inklusive.

Endura

Der schottische Bikewear-Schneider Endura hat sich zwar vor allem im ausdauer-orientierten Segment einen Namen gemacht. Aber auch für die groben Arten des Bikens hat Endura einige interessante Produkte am Start – beginnend mit sehr robusten Baggies, die auch Buddeleinsätze im Wald überstehen. Auch die Downhill-Shorts von Hope stammen von Endura, und passend dazu gibt’s von den Schotten eine interessante Tight mit Prallschützern: Bei den „MT500 Protective Liner Shorts“ reihen sich an exponierten Stellen wabenförmige Aufschäumungen aneinander – an Oberschenkel, Hüfte und Steissbein. Diese bieten ein ansehnliches Mass an Schutz, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

G-Form

Die „Knee Pads“ der US-Firma G-Form sind anders: Für Ellbogen, Knie und Schienbeine erhältlich, sind sie Fliegengewichte in der Welt der Protektoren. Als Basis dient ein elastischer Lycra-Strumpf mit Silikon an den Abschlüssen, um ein Verrutschen zu verhindern. Darauf sind Polster aus Poron XRD-Material aufgebracht. Diese sind in Segmente unterteilt, um maximale Bewegungsfreiheit zu bieten. Für Downhill sicher keine vollwertige Protektoren, passen die Dinger aber locker in jeden Rucksack und sind für knackige Abfahrten auf Allmountain-Touren zur Hand.

iXS Sports Division


Mit der Verpflichtung der Freeride-Ikone Darren „Bearclaw“ Berrecloth hat iXS Sports Division bereits einen Coup gelandet. Nun folgt die erste Signature Edition für und von Darren: Als Basis dienen die leichten „X-Slope-Series Evo“-Knieschützer. Dank zweier Velcro-Bänder lassen sich diese sicher fixieren, und zudem bauen sie so kompakt, dass sie auch unter die Jeans passen. Aber im Falle der „Bearclaw Signature“-Variante wäre das schon fast schade, unterscheiden sich die Dinger doch vor allem in der Farbe von den bewährten „X-Slope-Series Evo“-Knieschützern. Statt in Schwarz/Weiss kommen die Dinger mit markanten Akzenten in Cyan und Orange.

Leatt

Noch hat kein Protektoren-Hersteller ein Produkt präsentiert, das sowohl Schutz wie Platz für ein Trinkwasser-Reservoir bietet. Aber mit Leatt präsentiert der Leader in Sachen Neck Braces nun ein interessantes Produkt: Zusammen mit dem Hersteller USWE hat Leatt zwei Trinksysteme entwickelt, die auf die Kombination mit dem Neck Brace ausgelegt sind. Neben einem Mini-System mit nur einem halben Liter Volumen, das am Rückenausleger des Leatt Brace angebracht werden kann, gibts einen eng anliegenden, minimalistischen Rucksack mit zweieinhalb Litern Volumen. Wer tagelang in Bikeparks rum räubert oder an Marathon-Downhillrennen Teil nimmt, wird es mit Freude zur Kenntnis nehmen. Leider hatte Leatt die Trinksysteme in Friedrichshafen nicht am Stand.

POC

Mit einem nochmals verbesserten Schaumstoff gehen die Schweden von POC in die Saison 2012: „VPD 2.0“ genannt, soll dieser bezüglich Schlagabsorption neue Massstäbe setzen. Das Obermaterial der „Joint VPD 2.0“-Knie- und Ellbogenschützer ist zudem dank Kevlar nochmals zäher geworden, und das Markenlogo ist nun nicht mehr aufgedruckt, sondern gestickt. Was alles der Langlebigkeit der Schoner zu Gute kommt.

TSG


Neben einer Menge frischer Designs für Skateschalen stachen am Stand von TSG einige auf Leichtgewicht getrimmte Protektoren ins Auge: Eher wie ein Jersey kommt zum Beispiel das „Frag Shirt Advanced“ daher. Aus Lycra und Mesh gefertigt, trägt es sich wie eine zweite Haut und passt unters Jersey, ohne dass man gleich wie ein Mitglied einer Polizei-Sondereinheit aussieht. Dennoch bietet es ansprechenden Schutz für Rücken, Schultern, Ellbogen und Brustbereich und hat das Zeug, Protektoren-Muffel vom Tragen einer wenn auch minimalistischen Schutzausrüstung zu überzeugen.


Mit der „2nd Skin“-Serie lanciert TSG zudem leichte Knie- und Ellbogenschützer, die problemlos selbst in kleine Rucksäcke packen. Die minimalistischen Teile bestehen aus einem elastischen Lycra-Strumpf mit eingearbeitetem PU-Polster. Ein kleiner, flexibler Polyethilen-Einsatz sorgt dafür, dass diese Schützer auch gegen Spitze Gegenstände ansprechenden Schutz bieten, und dank dem mit Kevlar verstärkten Obermaterial liegen auch mehrere Stürze drin, ohne die Dinger zu schrotten.

UFO


Bisher vor allem für Hartschalen-Protektoren bekannt und im BMX- und Motocross-Bereich gross geworden, bringt UFO für 2012 einen interessanten Neck Brace: Durch breit abgestützte Auflageflächen soll der „NSS“ die bei einem Sturz auftretenden Kräfte gut verteilen.


Wie Marktleader Leatt setzt auch UFO beim „NSS“ auf Spannriemen, um ein verrutschen des Neck Brace zu verhindern. Diese lassen sich aber auch abnehmen. Da der „NSS“ in zwei Grössen und sechs Farben erhältlich ist, sollte für jede(n) eine passende Variante dabei sein.

Im zweiten Teil des Eurobike-Rückblicks wird sich Frontline Magazine dem Thema Helme widmen und neben neuen Modellen auch neue Designs von Herstellern wie TLD und Bluegrass zeigen.

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